Kursbeginn: Planung und Vorgehen

Ziel

 In der Anfangsphase ist für Teilnehmende wichtig, sich orientieren zu können:

  • sozial in Hinblick auf u.a.
    • die anderen Teilnehmenden
    • die Kursleitung
    • die eigenen Lernmotive und die Lernmotivation
  • inhaltlich in Hinblick auf u.a.
    • Kursziele
    • die Kursinhalte
    • die Methoden

Aufgabe der Kursleitung ist, hier Orientierungshilfe zu geben. Dies geschieht durch die Art und Weise ihrer eigenen Kommunikation sowie ihres Verhaltens sowie durch entsprechende Planungen und deren Realisation.

Auch für die Kursleitung ist es wichtig, sich zu orientieren:

  • sozial in Hinblick auf u.a.
    • die Teilnehmenden
    • die Lernmotive und Lernmotivation der Teilnehmenden
  • inhaltlich in Hinblick auf u.a.
    • die Erwartungen über Kursziele, Kursinhalte und Methoden
    • die Vorerfahrungen
    • die Vorkenntnisse

Schritte

Ausgehend von den Elementen eines Kurseinstiegs

  • "Aufwärmen",
  • Begrüßung,
  • Programmbesprechung
    (inkl. Erwartungen, Ziele, Inhalte, Methoden, Abgleich zwischen Planung und den Erwartungen der Teilnehmenden),
  • Kennenlernen,
  • Lernregeln,
  • Lernorganisation

planen Sie Ihre Kurseröffnung in folgenden Schritten:

1. Einschätzen des eigenen Kurses

Steht im Kurs im Vordergrund

  • die Vermittlung von Kenntnissen und Informationen (z.B. EDV-Kurse, Sprachkurse)?
  • die Anleitung zu bestimmten Fähigkeiten und Fertigkeiten (z.B. Kreativkurse, Gesundheitskurse)?
  • das Nachdenken und Sprechen über eigene Erfahrungen und Erlebnisse der Teilnehmenden (z.B. Erziehungskurse-/Sozialkurse)?

Je näher das Kursthema und seine Inhalte am „Nachdenken und Sprechen über ...“ liegen, ums so wichtiger für das Gelingen des Kurses ist es, ein offenes und von Akzeptanz geprägtes Verhältnis der Teilnehmenden untereinander sowie auch zwischen den Einzelnen und der Kursleitung und zwischen der Gruppe und der Kursleitung.

Konsequenz: Die soziale Anfangsorientierung wird von entscheidender Bedeutung; eine besondere Kennlernphase wird daher meistens erforderlich.

2. Vorstellung

Stellen Sie sich und Ihre Beziehung zum Thema vor. Vorstellungsverfahren können strukturiert und unstrukturiert ablaufen. Die Erfahrung zeigt, dass Vorplanung und Struktur hilfreich und gut sind. Vorstellungsverfahren gibt es unzählige; z.B.: Einzelvorstellung, Partnerinterview, Vier-Ecken-Spiel, Wollknäulspiel, Konstruktionsspiel.

Wichtig: Person  u n d  Beziehung zum Thema sollten vorgestellt werden.

3. Erwartungen

  • Klären Sie die Teilnehmererwartungen ab, mündlich oder auch visualisiert (zu empfehlen). Gehen Sie dabei ohne Druck vor und stellen Sie nicht zu hohe Anforderungen.
    • Individualbefragung (u.U. bereits als Bestandteil der Vorstellung)
    • Kreisgespräch
    • Kleingruppengespräch
  • Stellen Sie als Kursleitung Ihre eigenen Erwartungen und Planungen vor
    • Ziele (Motivationseffekt)
    • Zeitliche und inhaltliche Strukturierung (Lernschritte)
    • Verfahren und Methoden

4. Kooperativer Kursablauf

  • Mitspracherecht der Teilnehmenden
    • Damit ein gemeinsames Lernvorhaben entsteht, sollten die Erwartungen und Wünsche der Teilnehmenden und die Planungen der Kursleitung aufeinander abgestimmt werden. Dies sollte visualisiert werden (Folie, Wandzeitung, Flipchart, Tafel).
    • Je festgelegter Kursthema sowie Inhalte und Ziele durch eine Fachsystematik bzw. eine Abschlussprüfung sind, desto weniger Spielraum ist für die Wünsche der Teilnehmenden da.
  • Zwischenkritik der Teilnehmenden
    • Bei der gemeinsamen Abstimmung der Inhalte, des Ablaufs und der Verfahren sollte eingeplant werden, wann und wie Zwischenkritik artikuliert und besprochen werden kann. Dies sollte dann später auch realisiert werden.

5. Organisation des Kurses

Die Kursleitung sollte mit den Teilnehmenden organisatorische Fragen klären; z.B.:

  • Arbeitszeiten
  • Pausenregelungen
  • Räume
  • Materialien / Unterlagen
  • Toiletten