"Unternehmen! KulturWirtschaft" des Nordkollegs vermittelt kreative Verstärkung für regionale Unternehmen

Was entsteht, wenn Künstler und Unternehmen gemeinsame Sache machen? Mit großer Neugier sucht das Team des Querdenkerprojekts "Unternehmen! KulturWirtschaft" des Nordkollegs Rendsburg seit Ende 2012 nach Antworten auf diese Frage. Zur Halbzeit des Projekts präsentierte das Projektteam um Lena Mäusezahl am 3. Juli 2014 die drei ersten in der Region umgesetzten Pilotprojekte. Rund 100 Gäste aus Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Organisationsberatung folgten der Einladung ins Nordkolleg.

"Wir haben uns zum Projektstart auf die Umsetzung von und Qualifizierung für künstlerische Interventionen fokussiert", so Projektleiterin Lena Mäusezahl in ihrem Rückblick zu Beginn der Veranstaltung.  Dies bedeute, Personen, Prozesse und Produkte aus der Welt der Kunst in Organisationen zu bringen, um dort Personal- und Organisationsentwicklung auf andere Weise umzusetzen. Die Ziele künstlerischer Interventionen seien dabei so unterschiedlich wie die durchführenden Unternehmen selbst: Veränderungsprozesse begleiten, Strategien entwickeln, Kommunikation stärken, Kreativität fördern, Mitarbeiter binden. Die anwesenden Unternehmensvertreter gaben Einblick in ganz verschiedene Fragestellungen, die sie in ihren Firmen bewegten und denen sie mit den Interventionen nachgegangen sind.

Drei Unternehmen aus der Kiel Region wurden bisher durch das Team für eine Zusammenarbeit ausgewählt. Mit Künstlern zusammenzuarbeiten sehen sie als große Chance an, die Mut erfordert. Auch die Künstler berichteten von positiven Erfahrungen während ihrer Arbeit in und mit den Unternehmen, die ihnen neue Impulse für ihre Arbeit als Künstler gebracht haben. "Ich fühle mich so frei in meiner Arbeit wie eigentlich noch nie.", so Drehbuchautorin Gabriele Kob aus Süderstapel, die seit März eine künstlerische Intervention im Eigentümerverein Haus & Grund Kiel durchführt.

Dr. Anke Strauß vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung betonte die Kraft der Kunst, Blockaden in organisationalen Veränderungsprozessen zu lösen: "Bei künstlerischen Interventionen geht es nicht um Effizienzsteigerung oder um typische organisationale Fragen. Es geht darum, Dinge zu öffnen". Gemeinsam mit ihrer Kollegin Prof. Dr. Ariane Berthoin Antal untersucht sie seit mehreren Jahren Künstlerische Interventionen in ganz Europa. Auch die Projekte des am Nordkolleg Rendsburg angesiedelten Projekts  "Unternehmen! KulturWirtschaft" werden von ihnen wissenschaftlich begleitet.

Als Initiator und Lotse begleitete das Team vom Nordkolleg die teilnehmenden Unternehmen und Künstler von Beginn an bis zum Abschluss des Prozesses und bietet bedarfsgerechte Qualifizierungsangebote an.

Zum Abschluss der Veranstaltung wagte Kulturministerin Anke Spoorendonk unter Bezugnahme  auf das Jahr der kulturellen Bildung und gemeinsam mit der Verbandsdirektorin des Landesverbandes der Volkshochschulen, Monika Peters, einen Ausblick auf die Zukunft neuartiger Kunstprojekte in Unternehmen.

Wenn Künstler und Unternehmen gemeinsame Sache machen, entsteht eine win-win-Situation, von der beide Seiten profitieren können. Dies hat "Unternehmen! KulturWirtschaft" mit ersten Beispielen in der Region bewiesen. Künstlerische Interventionen ermöglichen eine Begegnung auf Augenhöhe und zeigen, dass das Prinzip "Kultur fördert Wirtschaft" funktioniert.

Weitere Informationen unter www.kulturwirtschaft-nord.de.

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07.07.2014 13:13 Alter: 5 Jahre