Anlässlich des deutschen Weiterbildungstages am 19. September 2014 hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) von den Bundesländern gefordert, die Ausgaben für die öffentlich verantwortete Weiterbildung deutlich zu erhöhen. „600 Millionen Euro müssen zusätzlich für die von den Bundesländern öffentlich verantwortete Weiterbildung ausgegeben werden, um den dringendsten Bedarf zu decken. Kein Land investiert auch nur ein Prozent seiner Bildungsausgaben in die Erwachsenenbildung. Der Schnitt liegt bei 0,34 Prozent“, stellte Ansgar Klinger, im GEW-Vorstand für Weiterbildung verantwortlich, heute in Frankfurt a.M. mit Blick auf den Deutschen Weiterbildungstag 2014 am Freitag fest. Er bezog sich auf Daten eines Gutachtens, das die GEW bei dem renommierten Bildungsforscher Roman Jaich in Auftrag gegeben hatte. „Die krasse Unterfinanzierung ist ein deutliches Signal, dass Politik die allgemeine, politische und kulturelle Weiterbildung zu wenig Wert schätzt. Dies steht im Gegensatz zu der in Sonntagsreden gerne beschworenen Bedeutung der Weiterbildung als vierter Säule des Bildungswesens in Deutschland und des lebensbegleitenden Lernen.“

Mit den zusätzlichen Geldern plant die GEW die Einstellung von mehr pädagogischem Personal, die Arbeitsbedingungen von Lehrenden zu verbessern und die Teilnehmergebühren zu senken oder sogar abzuschaffen. Denn laut GEW sind die gestiegenen Teilnehmergebühren der Grund für die sinkende Bildungsbeteiligung: „Die Höhe der Gebühren schreckt viele Menschen von Weiterbildung ab. In der Vergangenheit galt folgender Daumenwert: Ein Drittel der Kosten tragen die Länder, ein Drittel übernehmen die Träger, ein Drittel die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. In diese Richtung müssen wir wieder kommen“, unterstrich der GEW-Sprecher.

Die gesamte Presseerklärung der GEW finden Sie hier.
Informationen zum Bildungsfinanzierungskonzept der GEW finden Sie hier.
Eine Übersicht, wie hoch die Ausgaben jedes Bundeslandes für die Weiterbildung sind, finden Sie hier.

 

 

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18.09.2014 14:57 Alter: 5 Jahre